Schülperbaum

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Schülperbaum

Ort
Kiel
PLZ
24103
Stadtteil
Vorstadt
Anschlussstraßen
Königsweg, Exerzierplatz
Querstraßen
Wichmannstraße, Walkerdamm, Prüne, Herzog-Friedrich-Straße, Sandkuhle
Nutzung
Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Blick durch den Schülperbaum vom Exerzierplatz in Richtung Walkerdamm


Der Schülperbaum ist eine Straße in der Kieler Vorstadt. Er läuft von der Südostecke des Exerzierplatzes in einer sanften S-Kurve bergab bis zum Königsweg, in den er an der Kirchhofallee übergeht. Die Straße und die Häuser der östlichen Straßenseite gehören zum Stadtteil Vorstadt, während die Bebauung der westlichen Seite schon im Stadtteil Exerzierplatz liegt.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Schülperbaums beruht auf einem ehemaligen Schlagbaum gleichen Namens, der am Beginn des Königsweges lag.[1] Gloy zufolge wurde der Schlagbaum eingerichtet, als die Vorstadt über den Schlagbaum an der Klinke hinausgewachsen war. Der neue Schlagbaum bekam seinen Namen wegen der damals noch moorigen Gegend, in der man auf dem Moorboden "schülpern" konnte.[2] 1832 wird der namensgebende Schlagbaum aufgehoben. Die Bebauung war damals noch sehr spärlich; 1840 standen im Schülperbaum erst wenige Häuser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße ist bereits in der Klesselschen Karte von 1793 namentlich eingezeichnet (als Nr. 30). Damals verlief sie allerdings nur zwischen Walkerdamm und Königsweg. 1799 wird der Schülperbaum auch im "Taschenbuch für die Einwohner der Stadt Kiel" aufgeführt.

1901 baten Anwohner um eine Änderung des Straßennamens. Dies lehnten die Städtischen Collegien am 18. Oktober allerdings ab. 1903 wurde der Schülperbaum vom Walkerdamm zum Exerzierplatz verlängert. Dadurch wurde eine ehemals als Sandkuhle bezeichnete Fläche durchschnitten. Der westliche Teil dieser Fläche hat den Namen Sandkuhle als Straßennamen übernommen; im östlichen Teil der ehemaligen Sandkuhle liegt heute die Wichmannstraße.

Computermeile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 90er Jahre siedelten sich im neu gebauten Haus am Schülperbaum 23 viele Computereinzelhändler an. Aufgrund der hohen Konzentration sprach man bald von der „Computermeiler“ (analog zur „Kieler Automeile" in der Eckernförder Straße). Die postalischen Adressen waren mitunter auch Walkerdamm 17 oder Herzog-Friedrich-Straße 52, obwohl es sich optisch um ein Gebäude handelt. Über die Jahre bestand eine hohe Fluktuation bei den Unternehmen. Bis auf ein Geschäft sind alle anderen bis spätestens 2016 abgewandert oder haben aus anderen Gründen geschlossen.

Namentlich waren dies: Schiwi, CCN, CKK, TTF, SP Computer GmbH bis 2016, JuKa IT, Comtech. Lediglich TSP im Walkerdamm 17 ist noch am Standort und die Firma Print & Phone ist zum Exerzierplatz 13 gezogen.

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schülperbaum 14 für Hinda Berger - geb. Fischler und Salomon Berger

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nr. 7: Vittorio Chiesa, Eisdiele
  • Nr. 12: P. Schmidt, Konfitüren
  • Nr. 14: Chr. Gallinat, Lederwaren
  • Nr. 23: CCN - Anbieter von Computern nebst Zubehör und Service
  • Nr. 23: Balü Elekttronik - Einzelhandel mit elektronischen Bauteilen bis 2008
  • Nr. 23: Print & Phone UG - Anbieter von Druckerpatronen jetzt am Exerzierplatz 13
  • Nr. 23: SP Computer GmbH - Anbieter von Computern nebst Zubehör und Service (2008-2016) in den ehemaligen Räumen von Balü Elektronik

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiel „Schülperbaum“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt seit 2005 durch Dietrich Bleihöfer, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: Januar 2021. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB
  2. Gloy, Arthur: "Aus Kiels Vergangenheit und Gegenwart", Kiel (Robert Cordes) 1925 (Nachdruck 1979 bei Weidlich, Frankfurt/Main, ISBN 3-8035-1017-1); dort S. 244