Lorentzendamm

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Der Lorentzendamm beginnt am Schloßgarten und läuft am Nordufer des Kleinen Kiels bis zur Fleethörn. Dort geht er in die Dammstraße über.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorentzendamm bekam am 16. Mai 1856 durch die Städtischen Collegien seinen Namen. Mit ihm wird der Kaufmann Jacob Friedrich Nicolaus Lorentzen (* 25. August 1782; † 4. Februar 1851) geehrt. Lorentzen war von 1821 bis 1851 Senator der Stadt Kiel. Wegen seiner Verdienste um den Straßenbau wurde er im Volksmund Senator Kopfstein genannt. 1847 ließ er den Weg am Kleinen Kiel bauen, der dann 1856 nach ihm benannt wurde.[1]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich knickte der Lorenzendamm auf Höhe der Beamtenlaufbahn ab und velief von dort geradlinig durch den heutigen Hiroshimapark zur Ecke Fleethörn/Rathausstraße (damals: Gasstraße). Die Dammstraße begann an jenem Knick des Lorentzendamms. Nach dem Bau des Gymnasiums an der Dammstraße im Jahr 1868 wurde die übrige Fläche des Hiroshimaparks zur Parkanlage und der Lorentzendamm entsprechend verkürzt. 1959 wurde der Abschnitt der Dammstraße vom Ende des Lorentzendamms bis zur Fleethörn in den Lorentzendamm einbezogen.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Grundstück Nr. 23 befand sich das Wohnhaus des Professors Gustav Ferdinand Thaulow (1817–1883), der mit seiner Privatsammlung den Grundstock für das Thaulow-Museum legte. 1907–1908 ließ dort die Freimaurerloge Alma an der Ostsee durch den Kieler Architekten Johann Theede ihr Logenhaus erbauen. 1935 wurde die Loge durch die Nationalsozialisten aufgelöst und das Haus konfisziert. Von 1937 bis zur Zerstörung des Hauses im Zweiten Weltkrieg beherbergte das Logenhaus die Kieler Stadtbücherei. Vom Januar bis Juni 1944 wurde das Gesundheitsamt nach der Zerstörung der Gebäude in der Dammstraße in der Lesehalle untergebracht. Heute gehört das Grundstück zum Gelände der Industrie- und Handelskammer.

Im Lorentzendamm 28-30 befindet sich der Hauptsitz der Förde Sparkasse.

Das Gebäude des Justizministeriums im Lorentzendamm 35 wurde in den Jahren 1890 bis 1894 nach Plänen des Architekten Ludwig Hoffmann erbaut. Am 18. Oktober 1894 wurde es gleichzeitig mit dem Einzug des Kieler Oberlandesgerichts eingeweiht. 1935/36 erhielt es einen Seitenflügel an der Legienstraße. Das Oberlandesgericht, wurde mit der Gründung des Landes Schleswig Holsteins ebenso wie das Schleswig-Holsteinsche Landesmuseum und das Landesarchiv von Kiel nach Schleswig verlegt. Seit 1973 beherbergt das Gebäude das schleswig-holsteinische Justizministerium.[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justizministerium, 2006

Ehemalige öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nr. 23: Logenhaus der Freimaurerloge Alma an der Ostsee, zeitweilig Stadtbücherei
  • Nr. 35: Oberlandesgericht der Provinz Schleswig-Holstein

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiel „Lorentzendamm“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt nach 2005 durch Dietrich Bleihöfer, ab 2022 durch Frank Mönig, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: Januar 2021. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB
  2. Mehr zum Gebäudes des Justizministeriums bei schleswig-holstein.de, gelesen am 8. April 2018