Kieler Männerturnverein
Kieler MTV von 1844 e.V.
auch "Kieler Männerturnverein"

- Adresse
- Jahnstraße 8a, 24116 Kiel
- Vereinsregister
- VR 1503, Amtsgericht Kiel
- Vorstand
- Christof Rapelius
- Aktiv
- ja
- Gemeinnützig
- ja
- Telefon
- (0431) 55 45 36
- Web
- https://www.kmtv.de/
Der Kieler Männerturnverein (KMTV) ist nicht nur der älteste Sportverein in Kiel, er war bei seiner Gründung als Kieler Turnvereinim Juni 1844 auch die erste Vereinigung dieser Art in den damaligen Herzogtümern Schleswig und Holstein.
Aktuelles
Heute besitzt der KMTV elf Abteilungen. Neben seinem Stammsitz in der Jahnstraße hat er einen Standort in der Redderkoppel im Stadtteil Schilksee und führt seine Kurse auch in etlichen weiteren Sportstätten in Kiel, vorwiegend in Schulsporthallen, durch.
Nach einem starken Rückgang der Mitgliederzahlen während der Corona-Pandemie steigt die Mitgliedschaft der Sportvereine mittlerweile (2026) wieder deutlich. Vor der Pandemie meldete der KMTV rund 7000 Mitglieder, in der Bestandserbebung des Landesportverbandes für das Jahr 2025 ist er mit einem Jahreszuwachs von 3,1 % auf 5944 Mitglieder als drittgrößter Sportverein in Schleswig-Holstein gelistet.[1]
Geschichte
Der Verein wurde von dem Archäologen Peter Wilhelm Forchhammer, der im Übrigen als Begründer der Antikensammlung der Kieler Kunsthalle bekannt ist, dem Advokaten Friedrich August Hedde und dem Mediziner Friedrich Esmarch begründet. Der erste Turnplatz befand sich im Freien auf dem Grundstück des Weinhändlers Wulff in der Vorstadt.
Von Anfang an handelte es sich beim Kieler Turnverein über den reinen Turnbetrieb hinaus in gewissem Sinne um eine Bürgerbewegung, denn bald kamen zu den Turnübungen aus patriotischen Motiven auch Waffenübungen hinzu. Für diese verbotenen Aktivitäten begab man sich allerdings auf das Gaardener Ufer der Kieler Förde, um in der Stadt kein Aufsehen zu erregen.[2]
Keine vier Jahre nach der Vereinsgründung schlossen sich Mitglieder des Vereins in den ersten Tagen der Schleswig-Holsteinischen Erhebung dem Kieler Studenten- und Turnerkorps an, das am 8. April 1848 in der ersten Schlacht der militärischen Auseinandersetzung mit Dänemark bei Bov (deutsch: Bau) vernichtend geschlagen wurde. Daran erinnert seit 1901 die Baustraße zwischen dem Blocksberg und der Brunswiker Straße.
Bereits 1850 hatte der Vereinsvorstand dem Kieler Magistrat angeboten, ein freiwilliges Feuerlöschkorps aufzustellen. Dazu kam es zunächst zwar nicht, aber als sich zehn Jahre später die Idee der freiwilligen Feuerwehren in Deutschland ausbreitete, genehmigte der Magistrat am 26. Februar 1861 die Statuten der Feuerlösch- und Rettungskompagnie des Turnvereins. Mit 63 Mitgliedern des Vereins war sie damit die erste freiwillige Feuerwehr Kiels.[3]
Nachdem sich immer wieder Mitglieder abspalteten und eigene Sportvereine gründeten, betonte der Verein ab 1890 seine Tradition, indem er sich in Kieler Männerturnverein von 1844 umbenannte. Ungeachtet dessen öffnete er sich 1895 auch für Frauen. 1901 und 1909 konnten zwei eigene Turnhallen an der Jahnstraße eingeweiht werden und ab den 1920er-Jahren öffnete er sich neben dem klassischen Turnbetrieb auch neuen Sportdisziplinen.[4]
Sportliche Erfolge
Mit den beiden Turnerinnen Anita Bärwirth-Hardekopf und Käthe Schmidt-Sohnemann gewannen zwei Mitglieder des Vereins bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin Goldmedaillen.[4]
Denkmalschutz
Die Turnhalle von 1901 hat den Zweiten Weltkrieg weitgehend überstanden und ist gemeinsam mit dem Ensemble umliegender Mietwohnungshäuser unter der Nummer 41616 in das Denkmalbuch der Landeshauptstadt Kiel eingetragen.
Bilder
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Vorsitzender Advokat Ernst Nitzsch
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Turnwart Benjamin Schmidt
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Eintrag zum KMTV im Kieler Adressbuch 1872
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Turnhalle in der Jahnstraße
Weblinks
- Website des Kieler Männerturnvereins
Einzelnachweise
- ↑ Artikel in den Kieler Nachrichten vom 10. April 2025 (Druckausgabe); online bei kn-online.de (Bezahlschranke), abgerufen am 1. März 2026
- ↑ Wenners, Peter: "Kieler Objekte erzählen Stadtgeschichte - Eine Entdeckungsreise zu den Zeugen der Vergangenheit", Heide (Boyens) 2017, ISBN 978-3-8042-1467-5, S. 74.
- ↑ Kettenbeil, Lutz: "Bürger gegen den Roten Hahn - Dokumentation über die Entwicklung des Kieler Brandschutzes", Neumünster (Wachholtz) 1986, ISBN 3-529-07206-0.
- ↑ 4,0 4,1 Wendt, Stefan: Kieler Männerturnverein (KMTV), in: Tillmann/Rosenplänter: Kiel Lexikon, 2. Auflage, Neumünster 2010, ISBN 978-3529025563, S. 176.