Samet Yilmaz

Samet Yilmaz (* 23. Juni 1981 in Kiel) ist ein Kommunalpolitiker (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 21. April 2026 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel.
Leben
Yilmaz wuchs als Sohn türkischer Gastarbeiter in Gaarden auf. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Chemielaboranten, erwarb über den zweiten Bildungsweg die Hochschulreife und studierte Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität. Seine Promotion (2020) behandelte die türkische Außenpolitik. Beruflich war er unter anderem im schleswig-holsteinischen Innenministerium beim Verfassungsschutz tätig. Nach einer Kontroverse wurde er in das Olympia-Referat des Innenministeriums versetzt.[1]
Politik
Politisch engagiert sich Yilmaz seit 2023 in der Kieler Ratsversammlung. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2025 setzte er sich in der Stichwahl gegen Gerrit Derkowski durch und trat im April 2026 das Amt an. Yilmaz ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Kiel-Russee.
Im Mai 2025 nominierten Bündnis 90/Die Grünen Yilmaz offiziell als Kandidaten für das Amt des Kieler Oberbürgermeisters. Bei der Wahl am 16. November 2025 erreichte er mit 24,8 % der Stimmen den zweiten Platz. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erzielte, kam es am 7. Dezember 2025 zur Stichwahl gegen den von CDU und FDP unterstützten parteilosen Kandidaten Gerrit Derkowski. Yilmaz gewann die Stichwahl mit 54,1 % der Stimmen und trat das Amt am 21. April 2026 als Nachfolger von Ulf Kämpfer an.[2]
Kontroversen
Im Jahr 2025 geriet Yilmaz in die Kritik, nachdem Medien berichteten, er habe eine Anfrage von Veranstaltern des jährlichen und genehmigten Sommerfest „Türkischer Tag“ am 8. Juni 2025 im Werftpark an die Stadt Kiel weitergeleitet. Der SPIEGEL berichtete, dass Yilmaz sich beim zuständigen Dezernat der Stadt Kiel "nachdrücklich" dafür eingesetzt habe, dass die Abbauarbeiten des Festes aufgrund schlechten Wetters einen Tag länger dauern sollten als genehmigt.[3] Das Fest, organisiert von der Türkischen Gemeinschaft Kiel und Umgebung e.V., steht im Verfassungsschutzbericht Schleswig-Holsteins als Beispiel für Aktivitäten der rechtsextremen Ülkücü-Bewegung (Graue Wölfe) genannt.
Yilmaz bestritt alle Vorwürfe, betonte die rein administrative Natur seiner Handlung und distanzierte sich von jeder Form des Extremismus. Die Vorfälle führten zu politischen Diskussionen und Forderungen nach Aufklärung, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Kandidatur als Oberbürgermeisterkandidat der Grünen für Kiel. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er im Oktober 2025 aus dem Verfassungsschutz versetzt und in eine andere Abteilung des Innenministeriums umgesetzt.[4]
Ein weiterer Vorwurf wurde einen Tag vor seinem Dienstantritt 2026 bekannt: Er betrifft eine Abfrage von Daten eines Unternehmers im Verfassungsschutzsystem, bei dem Yilmaz nicht den Dienstweg einhielt. Gegen Yilmaz läuft daher ein Dienstaufsichtsverfahren im Innenministerium, bei dem die Vorwürfe geklärt werden sollen.[5]
Links
- Website: samet-yilmaz.de
Einzelnachweise
- ↑ NDR.de: Extremismus unterstützt? Kieler OB-Kandidat weist Vorwürfe zurück, 17.10.2025
- ↑ "Kiel bekommt mit Samet Yilmaz erstmals einen grünen Oberbürgermeister", Kieler Nachrichten vom 8. Dezember 2025 (Druckausgabe; online mit Bezahlschranke, abgerufen am 8. Dezember 2025)
- ↑ SPIEGEL: Kieler Oberbürgermeister-Kandidat soll Extremistenfest unterstützt haben, 15.10.2025
- ↑ SPIEGEL: Neuer Oberbürgermeister von Kiel ließ Unternehmer wohl in Geheimdienst-Datenbank ausforschen, 17.04.2026
- ↑ Kieler Nachrichten: Vorwürfe gegen Samet Yilmaz: Was droht generell bei einem Disziplinarverfahren? 23.04.2026
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Yilmaz, Samet |
| KURZBESCHREIBUNG | Jurist und Staatssekretär in Schleswig-Holstein |
| GEBURTSDATUM | 23. Juni 1981 |
| GEBURTSORT | Kiel |
