Holsteiner Quartier
Das Holsteiner Quartier ist ein Stadtviertel im Stadtteil Gaarden-Süd / Kronsburg.
Nachdem Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG) bereits an der östlichen Bielenbergstraße (4-12) 1937/1938 nach Plänen von Arnold Bruhn einen viergeschossigen Backsteinwohnblock errichtet hatte, erbaute auch ab 1937 die Kieler Werkswohnungen GmbH (KWW) für Mitarbeiter der Deutschen Werke AG (DWK) Werkswohnungen an der östlichen Bielenbergstraße. Die nach Plänen des Berliner Architekten Alfred Schild gestaltete Arbeitersiedlung Kiel-Bielenberg entstand zwischen dem entlang des abfallenden Geländes am Germaniaring und der Bielenbergstraße. Nördlich wurde das Siedlungsgebiet durch den Brook und südlich durch die Segeberger Landstraße begrenzt.
Arbeitersiedlung Kiel-Bielenberg
Im Rahmen des Projektes Arbeitersiedlung Kiel-Bielenberg erbaute die Kieler Werkswohnungen GmbH (KWW) ab 1937 zunächst an der östlichen Bielenbergstraße (16/36) schlichte Backsteinhäuser, die sich an den Neubau der KWG Bielenbergstraße (4/12) anschlossen. Die noch freie Bebauungsfläche war rund 4½ Hektar groß. In der Bielenbergstraße und den angrenzenden, neu angelegten Straßen (Ascheberger Straße, Eutiner Straße, Lensahner Straße, Oldenburger Straße und verlängerte Hofstraße) wurden bis Ende 1938 bereits 523 zwei und zweieinhalb Zimmerwohnungen bezugsfertig. Die langgezogenen drei- bis viergeschossiger Wohnblocks wurden sehr einheitlich gestaltet. Um das Gefälle des Geländes auszugleichen, wurden an der Ascheberger Straße 16/20 eine Terrasse angelegt und die Eingangstüren in der Eutiner Straße waren über einen baumbestandenen Hang und mehrerer langer Außentreppen erreichbar. An der Oldenburger Straße (12-16 u. 11-17) errichtete ergänzend zur KWW die Friedrich Krupp AG für Mitarbeiter der Germaniawerft im Rahmen des Bauvorhabens II am westlichen Germaniaring weitere Werkswohnungen. [1] [2] [3] [4] [5]
Nach Kriegsende
Die Arbeitersiedlung wurde während des Zweiten Weltkriegs nur gering beschädigt, so dass sie heute einen guten Eindruck vom Werkswohnungsbau der späten 1930er-Jahre bietet. Die Wohnungen haben durchweg 52 m² Wohnfläche mit zwei Zimmern und einer großen Wohnküche. Sie verfügten bereits über Duschen und innenliegende WCs. Für die Warmwasserversorgung sorgte ein Gas-Durchlauferhitzer. In den heute parkartig angelegten Innenbereichen gab es ursprünglich außer den Gemeinschaftsflächen auch Hausgärten für die Mieter.
Bilder
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Weblinks
„Holsteiner Quartier“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de
Einzelnachweise
- ↑ SVGKStG Band 29 Hrsg. Jürgen Jensen, 1995, Lutz Wilde, Denkmaltopografie Landeshauptstadt Kiel, S.418,420,432
- ↑ MGKStG Band 77-1, 1991, Ulrike Weber-Karge, Wohnungsbau in Gaarden 1880-1950, S.3 bis S.25
- ↑ Hans - G. Hilscher, Kieler Straßenlexikon, Stand: Januar 2021, Fortgeführt seit 2005 durch: Landeshauptstadt Kiel Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation
- ↑ Roth, D. (2008). DWK ab 1933, Gefolgschaftsbetreuung. Demokratische Geschichte, Band 13 Essay 9
- ↑ Ehlert, Walter: Das historische Gaarden - Bauernland wird Industriestandort, Husum (Husum-Verlag) 1921, ISBN 978-3-96717-042-9, S.216 bis 235
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